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Dorfgeschichte von Pobenhausen

Ansicht von Pobenhausen um das Jahr 1920.
Ansicht von Pobenhausen um das Jahr 1920.

Um 700

Die Existenz des Dorfes Pobenhausen zu dieser Zeit wird durch Ausgrabungen im Bereich der Apianstraße nachgewiesen.

 

907-914

Die Quellen geben das Kloster Tegernsee in dieser Zeit als Grundherrn für Höfe in Pobenhausen an. In diesem Zusammenhang ist auf das Tegernseer Urbar (Besitzrechtsverzeichnis) des 13. Jahrhunderts zu verweisen. Auslöser für diese Aufstellungen war die Säkularisierung, d. h. die Verweltlichung des Klosterbesitzes Tegernsee in den Jahren 907 bis 914 durch Herzog Arnulf.

Dieser stand im Abwehrkampf gegen die Ungarn und benötigte einen Ausgleich für die Unterstützung seines Kampfes gegen die Ungarn zugunsten seiner Mitstreiter.

Dieser Ausgleich erfolgte durch Entzug des Klosterbesitzes und Belehnung seiner Mitstreiter. Deshalb wurden in Tegernsee auch Unterlagen gefertigt, in denen die abgegangenen Güter festgeschrieben wurden und sich auch noch der Bestand der sich im klösterlichen Besitz befindlichen Güter ersehen lässt.

 

1020-1060

In der Zeit zwischen 1020 und 1026 wird Otto I. von Diessen als Lehensträger für Pobenhausen genannt, der als einer von Herzog Arnulf Begünstigter gelten kann. Otto I. gab seinen Grundbesitz an seinen Neffen Otto II. weiter, der für das Jahr 1060 als Grundherr in Pobenhausen genannt wird.

 

1079/1140

Im Jahre 1079 wird ein Wernher de Husen als Zeuge einer Schenkung genannt, so dass für diese Zeit ein in Pobenhausen begüterter Adeliger genannt wird. Gleiches gilt für die Zeit um 1140 für Routland und Konrat de Pobinhusen.

 

1185 In diesem Jahr wird ein Pobo von Berg als ein Ministerialer der Wittelsbacher in Niederarnbach genannt. Bei diesem Adeligen findet sich ein Namensteil von Pobenhausen, nämlich der Namensteil Pobo. Der Name Pobo ist eine Abkürzung für Jakob, so dass der Dorfname Pobenhausen als "Bei den Häusern des Jakob" übersetzt werden kann.

 

1231

Für das Jahr 1231 kann urkundlich festgestellt werden, dass Willibirgis von Pritelbach dem Kloster Scheyern einen Hof in Pobenhausen schenkte. Dieser Hof war bis 1752 als einziger Hof im Dorf noch im Besitz des Kloster Scheyerns. Diese Tatsache weist auf das "Rauchenanwesen", das noch heute unter der Anschrift Schrobenhausener Straße 21 in Pobenhausen besteht.

 

1240

Im Herzogurbar diesen Jahres werden in Pobenhausen zwei größere und weitere fünf kleinere Anwesen genannt, so dass das Dorf damals über insgesamt sieben Höfe verfügte.

 

Um 1300

Für Pobenhausen treten vermehrt Hinweise auf die Grundherrschaft des Klosters Niederschönenfeld auf. 1272 wird darauf verwiesen, dass das Kloster den "unteren Hof" in Pobenhausen an den Ritter Marquard von Willenbach zur lebzeitigen Nutzung verkaufte. Die damalige Äbtissin des Frauenklosters Niederschönenfeld, die diesen Vertrag abschloss, trug den Namen Irmengardis (Irmgard).

 

1364

Am 26. Dezember 1364 wurde gegen die Herren von Arnbach, zu deren Besitz auch Pobenhausen gehörte, ein harter Schlag geführt. Der damalige bayerische Herzog Stephan II. nahm das Schloss Niederarnbach ein. Bei diesem Ereignis handelte es sich um eine Fehdeauseinandersetzung zwischen dem bayerischen Herzog und den Herren von Arnbach. Die Herren von Arnbach hatten den politischen Fehler begangen, Kaiser Karl IV. von Böhmen zu huldigen anstatt den Wittelsbachern. Zudem hatten die Herren von Arnbach Langenmosen geplündert. Daraufhin erfolgte ein Angriff der Wittelsbacher auf die Herren von Arnbach mit der Folge, dass das Schloss niedergebrannt, viele Untertanen ihr Leben verloren und verwüstetes Land hinterlassen wurde. Nach dieser Niederlage wurde die Herrschaft Arnbach geteilt. Den Teil Oberarnbach erhielt Hans von Preysing zu Kronwinkl, Niederarnbach ging an die Herren von Wemding. Zur damaligen Zeit waren die Herren von Wemding Ritter und Pfleger in Ingolstadt. Damit wurden diese auch Grundherrn in Pobenhausen.

 

1449

Am 6. Februar 1449 wird in einem Lehensbrief für Niederarnbach bestätigt, dass Georg von Kamer Arnbach von Herzog Heinrich zu Lehen erhielt, wobei diese Urkunde ausdrücklich ein Dorfgericht in Pobenhausen erwähnt.

 

1464/1465

Im Jahre 1464 bricht wegen des Erbes von Niederarnbach in der Familie von Kamer ein Erbstreit aus, der damit endete, dass Herzog Ludwig Niederarnbach an Georg von Kamer lehensweise überlies. Der entsprechende Lehensrevers (Verpflichtungserklärung) wurde am 17. Dezember 1465 ausgestellt.

 

1488-1521

Im Jahre 1488 kauften Oswald von Weichs und seine Frau Niederarnbach von Wilhelm von Kamer, wobei die Hofmark Pobenhausen ebenfalls an ihn überging. Die Ära der Weichser dauerte bis 1521.

 

1521-1551

Im Jahre 1521 kaufte Anton von Frauenberg Niederarnbach von den Weichsern. Der entsprechende Lehensrevers wurde am 5. Mai 1532 ausgestellt. Dieses Lehensverhältnis wurde 1551 durch Herzog Albrecht bestätigt.

 

1571

Zu dieser Zeit findet sich ein Lehensrevers des Daniel Messenpeckh zu Schwendt bezüglich der Güter von Niederarnbach. Nachdem Cyriakus von Preysing die einzige Tochter von Daniel Messenpeckh geheiratet hatte, ging das Besitztum von Niederarnbach und damit auch die Höfe von Pobenhausen in dessen Besitz über.

1587

Cyriakus von Preysing verkaufte Niederarnbach am 29. Mai 1587 an Johann Ludwig von Gumppenberg.

 

1594-1598

Am 28. Februar 1594 erfolgte der Verkauf der Güter Niederarnbach durch Johann Ludwig von Gumppenberg an seinen Schwager Ferdinand Vöhlin von Frickenhausen und Illertissen. Die Vöhlins bauten das Schloss Niederarnbach im Jahre 1598 für 60.000 fl. (Gulden).

 

1618-1648 Der Dreißigjährige Krieg

Laut bischöflichen Archivhinweisen sind die entsprechenden Personalunterlagen verloren gegangen und beginnen erst 1701 wieder. Dass Pobenhausen jedoch vom Dreißigjährigen Krieg nicht unverschont blieb, lassen folgende Hinweise erkennen:

 

  1. Die Familie Vöhlin baute das Schloss Niederarnbach für 60.000 fl. und verkaufte den Besitz insgesamt für 47.500 fl., also mit einem ganz erheblichen Wertschwund.
  2. Im Dreißigjährigen Krieg vertrat Pfarrer Kaspar Siber aus Deimhausen drei Mal in der Zeit von 1636 bis 1655 die Pfarrei Pobenhausen, weil keine Pfarrer mehr vorhanden waren.
  3. Die Errichtung der Wallfahrtskirche nach dem Dreißigjährigen Krieg auf dem ehemals als "Geisberg" bezeichneten Hügel könnte ein Indiz dafür sein, dass die Herren von Pfetten ihren Besitz nach Verlusten im Krieg wieder aufforsten wollten.

 

1624

In diesem Jahr verkaufte Hans Adam von Vöhlin den Besitz Niederarnbach an Hans Albrecht von Seiboltsdorf für 47.500 fl.

 

1629

Im Jahre 1629 erstellten die Herren von Seiboltsdorf eine Besitzliste, die für Pobenhausen insgesamt zwölf Anwesen ausweist. Die Familie von Seiboltsdorf saß seit 1518 auf der Hofmark Schenkenau bei Hohenwart und war damit in unmittelbarer Nähe von Niederarnbach-Pobenhausen begütert. Die Kinder von Viktor Adam von Seiboltsdorf ließen allerdings das Lehen verfallen.

 

1665-1848

Nach dem Verfall des Lehens der Seiboltsdorfer konnte der bayerische Kurfürst Ferdinand Maria Marquard von Pfetten im Jahre 1665 mit den Gütern von Niederarnbach und den Hofmarken Pobenhausen, Hohenried und Brunnen belehnen. Marquard von Pfetten wurde am 12. April 1677 Hofkammerpräsident des bayerischen Kurfürsten.

1690 entließ Kurfürst Max Emanuel das Gut Niederarnbach aus dem Lehensverband mit der Folge, dass die Familie Pfetten das Gut als freies Eigentum erwarb. Marquard von Pfetten starb am 5. Dezember 1691 in München.

Die Grundherrschaft der Familie Pfetten endete allerdings im Jahre 1848 mit deren Auflösung durch das Gesetz über die Aufhebung der standes- und gutsherrlichen Gerichtsbarkeit.

 

Seit 1848

Das Gut Niederarnbach blieb seit der Übergabe an die Familie von Pfetten im Besitz dieser Familie. Der heutige Besitzer ist Niklas, Christoph, Marquard von Pfetten (geb. 1966).

Das Dorf Pobenhausen gehörte seit 1850 zum Landgericht Schrobenhausen und seit 1879 zum Amtsgericht Schrobenhausen. Diese Zuständigkeit blieb bis zur Gebietsreform 1978 bestehen, danach ging diese auf das Amtsgericht Neuburg a. d. Donau über.

 

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